Künstlerische und kreative Ansätze haben in der Heilpädagogik eine lange Tradition. Sie setzen an einem entwicklungs- und bildungsorientierten Verständnis vom Menschen an und gehen von einem grundsätzlichen Bedürfnis des Menschen nach Ästhetik und Persönlichkeitsentfaltung aus. In diesem Verständnis treffen sich Kunst und Heilpädagogik zu einem konstruktiven Miteinander und lassen sich wirksam verbinden.

Die Verbindung von Kunst und Heilpädagogik lässt sich als emporstrebende Spirale betrachten und gestalten: Heilpädagoginnen und Heilpädagogen erlernen künstlerische Methoden und werden selbst künstlerisch tätig, um eigene Könnerschaft zu entwickeln. Die eigene Könnerschaft kann wiederum genutzt werden, um künstlerische Ansätze in das eigene Methodenrepertoire zu integrieren. Die Integration künstlerischer Ansätze in das eigene heilpädagogische Handeln dient dem übergeordneten Ziel, Menschen mit Beeinträchtigungen und (drohenden) Behinderungen auf dem Weg hin zu einem gelingenden Leben mit Behinderung zu begleiten sowie Wege der Persönlichkeitsentfaltung aufzuzeigen. Behinderung wird in diesem Zusammenhang nicht als etwas verstanden, das es zu überwinden gilt, sondern dessen An- und Herausforderungen in die subjektive Lebensgestaltung integriert werden können. Das Wecken und Unterstützen der schöpferischen Kräfte im Menschen wird hierfür als essenziell angesehen und dient als Orientierung im Handeln.

Heilpädagogische Professionalität zeigt sich neben dem Einsetzen von kreativen Methoden und künstlerischen Ansätzen im kreativen, kunstvollen Nutzen und Verbinden von Wissen mit reflektierter Intuition. Verstecktes und Verzerrtes wird so sichtbar und neue Handlungsmöglichkeiten können entdeckt werden.

Die Weiterbildung vermittelt Kenntnisse über Konzepte, die Kunst und Heilpädagogik verbinden, und lädt ein zum Erproben und Erkunden, Ausprobieren und Erfahren verschiedener künstlerischer Medien: Farbe, Pinsel, Papier… und zur Umsetzung in professionelles Tun. Diese Erfahrungen und Wirkungen werden reflektiert und supervisionsartig begleitet, um sie in das eigene heilpädagogische Profil integrieren zu können. Da die Weiterbildung an den Kenntnissen, Ressourcen und Interessen der Teilnehmenden anknüpft und prozessorientiert aufgebaut ist, werden die Inhalte nicht zwangsläufig in der dargestellten Reihenfolge vermittelt.

Die Weiterbildung endet mit einem Evaluationsmodul, für das Sie eine schriftliche Abschlussarbeit über einen künstlerisch-heilpädagogischen Prozess einreichen, den Sie selbst durchgeführt haben. Die Abschlussarbeit wird vor der Gruppe präsentiert. Am Evaluationsmodul nimmt eine vom BHP beauftragte Person teil.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Heilpädagogische Konzepte in der Verbindung mit künstlerischem Handeln beschreiben,
  • Rahmenbedingungen zur Gestaltung eines Settings mit konstruktiver Arbeitsatmosphäre darlegen,
  • verschiedene Medien künstlerischer Ansätze in ihren Chancen und Begrenzungen erörtern,
  • die Verbindung von Heilpädagogik und Kunst konstruktiv für die Beziehungsgestaltung nutzen,
  • Indikationen für einen künstlerischen Prozess in der Heilpädagogik sowie für die Auswahl der Medien erläutern,
  • aus der Verbindung des schöpferischen Werks mit biographischem Wissen Hypothesen für den weiteren Prozess erstellen,
  • die eigene Rolle und Haltung als Heilpädagogin bzw. Heilpädagoge im künstlerischen Prozess reflektieren.

Die Weiterbildung berechtigt nicht zu psychotherapeutischer Arbeit.

Kurs-Nr.: 19 W 9

Kunst als Dialogprinzip – Freies künstlerisches Handeln in der Heilpädagogik

Referent:
Otto Zech
Termine:
Block 1:
Samstag, 11. Mai 2019, 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 12. Mai 2019, 09:00 – 12:30 Uhr
Block 2:
Samstag, 22. Juni 2019, 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 23. Juni 2019, 09:00 – 12:30 Uhr
Block 3:
Samstag, 07. September 2019, 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 08. September 2019, 09:00 – 12:30 Uhr
Block 4:
Samstag, 02. November 2019, 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 03. November 2019, 09:00 – 12:30 Uhr
Block 5:
Samstag, 11. Januar 2020, 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 12. Januar 2020, 09:00 – 12:30 Uhr
Block 6:
Samstag, 28. März 2020, 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 29. März 2020, 09:00 – 12:30 Uhr
Umfang:
72 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
15. April 2019
Zielgruppe:
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Teilnehmerzahl:
15
Verpflegung:
Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort:
Wuppertal (b)
Kosten:
BHP Mitglieder je Modul 200,00 € (Einmalzahlung: 1.180,00 €)
bei Anmeldung bis 01.02.2019 1.110,00 €
Nichtmitglieder je Modul 245,00 € (Einmalzahlung: 1.450,00 €)
bei Anmeldung bis 01.02.2019 1.380,00 €
Material wird gestellt.