Prof. Dr. Herbert Goetze ist einer der führenden Experten mit langjähriger Praxis in Lehre und Forschung im Bereich der personenzentrierten Spieltherapie und bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen. Er führte diese Veranstaltung bereits zehnmal für die EAH durch und hat von bisherigen Teilnehmenden durchweg ausgezeichnetes Feedback erhalten.

Der Heilpädagogischen, personenzentrierten Spieltherapie liegt das Konzept der non-direktiven, personenzentrierten Spieltherapie nach Carl Rogers und Virginia Axline zu Grunde. Das zentrale Medium ist das kindliche Spiel, denn das Spiel ist ein basales kindliches Bedürfnis und Kommunikationsmedium. Das personenzentrierte Spiel ist deshalb eine grundlegende Methode in der heilpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Bestandteile der zertifizierten Weiterbildung sind theoretische Kenntnisvermittlung zum personenzentrierten Spiel, Anleitung zur Durchführung eigener personenzentrierter Spielstunden, supervisionsartige Rückmeldungen und Übungen zum Erwerb von Kompetenzen im Rahmen des personenzentrierten Spiels und zur Erweiterung des heilpädagogischen Profils.

Die Kompetenzvermittlung wird diese Aspekte einschließen:

  • Kenntnisse der Spielpsychologie, Spielpädagogik, der Grundlagen des Ansatzes von Carl Rogers sowie aktuelle Kenntnisse spieltherapeutischer Ansätze verschiedener Schulen.
  • Kenntnisse über die Herstellung der äußeren Rahmenbedingungen (Einrichtung eines Spielzimmers, seiner Ausstattung, etc.) und über die Auswahl der Spielmedien (u. a. Puppenspiel, Rollenspiel, Sandkasten).
  • Gestaltung von Kontakt und Beziehung zu Spielkindern und deren Bezugspersonen.
  • Die Fähigkeit, unter Berücksichtigung professioneller und ethischer Standards sowie der beruflichen Rolle, Grenzen im Spiel zu setzen.
  • Die Fähigkeit, Spielsitzungen zu planen, eigenständig durchzuführen, zu protokollieren, auszuwerten und zu reflektieren.
  • Die Fähigkeit, Spieltherapiemedien wie Handpuppen, Sandkasten, Geschichten gezielt in die Arbeit einzubringen.
  • Das Führen von Einführungs- und Zwischeninterviews mit den Eltern.
  • Die Fähigkeit zur kreativen, eigenverantwortlichen Arbeit mit und in Spielgruppen.
  • Die Fähigkeit, die heilpädagogische Spieltherapie bei ausgewählten Störungen anzuwenden.
  • Verständnis des Ansatzes der Filialtherapie als elterliche Ressourcenaktivierung.

Da die Weiterbildung prozessorientiert konzipiert ist, werden die Inhalte nicht zwangsläufig in der dargestellten Reihenfolge bearbeitet.

Durchführung eigener personenzentrierter Spielstunden: Einen deutlichen Schwerpunkt der Weiterbildung soll die eigene Spielpraxis einnehmen. Deshalb werden ab dem dritten Block die Teilnehmenden eigene Spielstunden durchführen, die vom Dozenten gründlich vorbereitet werden. Dazu ist es notwendig, eine Spielumgebung an der eigenen Arbeitsstelle zu schaffen, vor allem aber: ein Kind auszuwählen, mit dem man längerfristig spielen kann und dafür die Vorbedingungen in Form von Absprachen herzustellen. Es werden alle Probleme besprochen, die bei der Durchführung der Praxisversuche auftauchen könnten. 10 Spielstunden sollen durchgeführt, ein Teil davon aufgezeichnet und transkribiert werden.

Supervision: Die Praxisversuche werden supervisionsartig begleitet; dazu ist es notwendig, Spielstundenausschnitte auf Video / DVD mitzuschneiden. Nicht alle Spielsitzungen können in ganzer Länge besprochen werden; die Teilnehmenden werden vielmehr dazu aufgefordert, diskussionsanregende Spielsituationen aus etwa 3 Spielstunden auszuwählen und dem Dozenten zur Mitschau zugänglich zu machen.

Im Rahmen von Übungen werden die Teilnehmenden dazu angeleitet, Situationen im Rollenspiel nachzustellen, emotionale Gehalte zu erspüren und Lösungen für möglicherweise auftauchende Konflikte durchzuspielen.

Der zeitliche Umfang der Supervisionseinheiten und der Übungsanteile lässt sich naturgemäß nicht vorher festlegen, deshalb wird die Planung der Kenntnisvermittlung zum personenzentrierten Spiel, der Anleitung zur Durchführung eigener personenzentrierter Spielstunden, der Supervision und Übungen von der Interessenlage der Teilnehmenden, vom individuellen Lernstand und den Lernbedürfnissen abhängig sein. In einem Abschlussbericht, dessen Gliederung eingehend vorbesprochen wird, werden die Erfahrungen reflektiert.

Für selbstständige Literaturstudien, Aufzeichnungen und Transkriptionen der Spielstunden sind ca. 120 Zeitstunden anzusetzen.

Voraussetzungen zur Zulassung zum Abschluss-Kolloquium:

  • Durchführung von mindestens 10 eigenen Spieleinheiten
  • Schriftliche Dokumentation der durchgeführten Einheiten und Bericht
  • Einreichen von mind. 3 gefilmten Spieleinheiten
  • Teilnahme an allen Blöcken

Die Weiterbildung endet mit einem Abschlussgespräch, an dem eine vom BHP beauftragte Person teilnimmt.

Basisliteratur (Erwerb bei geplanter Teilnahme angeraten): Herbert Goetze (2002). Handbuch der personenzentrierten Spieltherapie. Göttingen: Hogrefe-Verlag. Zusatzliteratur: Herbert Goetze (2013). Familien spielend helfen. Mit der Filialtherapie elterliche Ressourcen stärken. Beltz-Juventa-Verlag.

Wichtig: Der erfolgreiche Abschluss an der Weiterbildung berechtigt nicht zu psychotherapeutischer Arbeit.

 

Kurs-Nr.: 18 W 14
Heilpädagogische Spieltherapie

Referent: Prof. Dr. Herbert Goetze
Termine:
1. Block: Samstag, 03. – Sonntag, 04. Februar 2018
2. Block: Samstag, 24. – Sonntag, 25. Februar 2018
3. Block: Samstag, 24. – Sonntag, 25. März 2018
4. Block: Samstag, 05. – Sonntag, 06. Mai 2018
5. Block: Samstag, 02. – Sonntag, 03. Juni 2018
6. Block: Samstag, 30. Juni – Sonntag, 01. Juli 2018
7. Block: Samstag, 25. – Sonntag, 26. August 2018
8. Block: Freitag, 28. September 2018, 10:00 – 18:00 Uhr
Kolloquium: Samstag, 29. September 2018, 08:30 – 17:00 Uhr
Zeiten: Samstag: 10:00 Uhr – 18:00 Uhr | Sonntag: 09:30 Uhr – 13:00 Uhr
Umfang: 100 Einheiten
Anmeldung bitte bis: Die Weiterbildung findet statt. Anmeldungen sind weiterhin möglich!
Zielgruppe: Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Teilnehmerzahl: 14
Unterkunft: ist nicht in den Kosten enthalten
Verpflegung: Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort: Berlin (a) Block 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8 | Berlin (c) Block 5
EAH Credits: 5
Kosten:
BHP Mitglieder je Block 195,00 € (Einmalzahlung: 1.540,00 €) | bei Anmeldung bis 01.12.2017: 1.490,00 €
Nichtmitglieder je Block 240,00 € (Einmalzahlung: 1.900,00 €) | bei Anmeldung bis 01.12.2017: 1.850,00 €

Die Weiterbildung ist in Berlin als Bildungsurlaub anerkannt.