Ein Modul der Weiterbildungsreihe Heilpädagogische Autismus-Beratung für Entwicklung und Teilhabe.

In den vorangegangenen Modulen (Basismodule I+II sowie TEACCH-Ansatz) wurden die relevanten Grundlagen zum Phänomen Autismus-Spektrum erarbeitet. In diesem vierten Modul stehen nun diagnostische Verfahren im Mittelpunkt. Es geht um die Einführung in konkrete diagnostische Methoden auf der Grundlage strukturierter Diagnoseprozesse. Dabei sollen mögliche Auffälligkeiten in der Kommunikation, in der sozialen Interaktion und in der Fantasie der untersuchten Kinder und Erwachsenen erfasst werden, um zu einer fundierten Abklärung einer vorliegenden autistischen Störung zu gelangen.

Bei der Diagnostischen Beobachtungsskala für Autistische Störungen (ADOS-2) handelt es sich um ein valides und klinisch geprüftes Verfahren zur Abklärung und Klassifikation von qualitativen Auffälligkeiten der sozialen Interaktion und reziproken Kommunikation zur Ermittlung autistischer bzw. tiefgreifender Entwicklungsstörungen. In Abhängigkeit vom Alter und vom Sprachniveau des jeweiligen Kindes bzw. des Erwachsenen wird eine angemessene, modularisierte Untersuchungsstrategie gewählt, um auf der Grundlage von spielerischen Aktivitäten und Gesprächen relevante Symptome für die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) überprüfen zu können. Soziale Wahrnehmung, Antizipation von Handlungsfolgen, Vorstellungs- und Ausdrucksvermögen und weitere Aspekte werden genauer ermittelt.

Das Diagnostische Interview für Autismus (ADI-R) erkundet frühkindliche Entwicklungen, Sprach-erwerbsprozesse, Spiel- und Interaktionsverhalten sowie mögliche stereotype Interessen. Dazu werden Eltern oder ggf. andere Bezugspersonen auf der Grundlage eines differenzierten Interviewleitfadens befragt. Beide Verfahren dienen dazu, ein Verständnis des Gewordenseins der Person aus dem Autismus-Spektrum zu entwickeln und in der Folge Handlungsstrategien für eine gelingende Bewältigung von Entwicklungs- und Alltagsaufgaben zu reflektieren. Dabei gilt es, die Ressourcen der Person sowie des Umfeldes zu identifizieren sowie mögliche Teilhabebarrieren aufzuspüren. Die Strategien orientieren sich an den individuellen und systemischen Gegebenheiten, um davon ausgehend sichere Schritte in die je bedeutsamen Teilhabebereiche gehen zu können.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die diagnostischen Verfahren ADOS-2 und ADI-R intensiv kennenlernen,
  • Ressourcen in der Person mit Autismus sowie im Umfeld identifizieren,
  • ein individuelles Entwicklungsprofil erstellen,
  • aus heilpädagogischer Perspektive Handlungsstrategien entwickeln,
  • das eigene diagnostische Handeln reflektieren,
  • den Fokus der Teilhabeorientierung in den Blick nehmen.
Kurs-Nr.: 19 W 7.4

Heilpädagogische Aufgaben im Kontext Diagnostik und Förderplanung

Referentinnen:
Barbara Jakober | Christa Sieber | Ute Drexler | Uschi Vocke
Termin:
Freitag, 29. März 2019, 11:30 – 20:00 Uhr
Samstag, 30. März 2019, 09:00 – 16:00 Uhr
Umfang:
15 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
22. Februar 2019
Zielgruppe:
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Teilnehmerzahl:
20
Verpflegung:
Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort:
Bruchsal
Kosten:
BHP Mitglieder 245,00 € | bis 01.01.2019: 230,00 €
Nichtmitglieder 315,00 € | bis 01.01.2019: 300,00 €
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