Ein Modul der Weiterbildungsreihe „Heilpädagogische Traumaarbeit

Mit neuem Wissen aus den Forschungsfeldern der Entwicklungspathologie, der Neurobiologie und der Verhaltensbiologie gewann die Idee/Sichtweise des „kindlichen Entwicklungstraumas“ eine immer größere Bedeutung in Pädagogik und Therapie für Kinder und Jugendliche. Damit geraten unzureichendes und dysfunktionales Bindungsangebot, Bindungsabbrüche, Vernachlässigung, inadäquate Versorgung und Misshandlung in den Fokus der Traumaforschung. Symptome bei Kindern und Jugendlichen (Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsdefizite) werden mit der „Brille“ des posttraumatischen Störungsbildes betrachtet, verstanden und heilpädagogisch-traumapädagogisch behandelt. Das Wissen über transgenerationale Weitergabe von Traumata wird breiter. Die Verursacher und Verursacherinnen kommen in der Regel aus dem Nahbereich des Kindes, deshalb muss der Fokus immer auch auf die Familie gerichtet sein. Ressourcen und Grenzen des Systems müssen erfasst und systemtherapeutische Lösungswege beschritten werden. Das Kind muss vor weiterer Traumatisierung geschützt werden.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Traumatisierende Entwicklungsbedingungen erkennen
  • die Auswirkung traumatisierender Entwicklungsbedingungen und traumatisierender Ereignisse in Verbindung mit dem Lebensalter (Säugling, Kleinkind, Schulalter, Jugend) kennen und verstehen,
  • die Begriffsdefinition „komplexe Traumatisierung“ kennen,
  • Entscheidungskriterien kennen, ob der Verbleib des Kindes in der Familie dem Kindeswohl dient oder fremd betreut werden muss,
  • Folgen unverarbeiteter Elterntraumata in der Eltern-Kind-Beziehung beschreiben,
  • Resilienzfaktoren und Ressourcen in der Familie erkennen und nutzen,
  • Maßnahmen zur Förderung der Eltern-Kind-Interaktion und Stärkung der Bindungsqualität im Rahmen der heilpädagogischen Begleitung entwickeln,
  • die eigene professionelle Rolle im heilpädagogischen Handeln mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen reflektieren.
Kurs-Nr.: 21 W 11.2
Basismodul II: Traumafolgestörungen im Zusammenhang zum Entwicklungsalter
Referentin:
Stefanie Rüger
Termin:
Freitag, 08. Oktober 2021, 15:30-19:00 Uhr
Samstag, 09. Oktober 2021, 09:00-18:00 Uhr
Sonntag, 10. Oktober 2021, 09:00-12:30 Uhr
Umfang:
16 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
03. September 2021
Zielgruppe:
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Teilnehmerzahl:
18
Format:
Online via Zoom
Kosten:
BHP Mitglieder 150,00 €
Nichtmitglieder 195,00 €