An einem therapeutischen Prozess sind in der Regel nur das Kind und die Therapieperson beteiligt. Wenn Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sich entschließen, in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen Pferde einzubeziehen, entsteht eine besondere Dynamik. Zum einen geht diese vom Pferd selbst und seinen artgerechten Bedürfnissen aus, zum anderen entsteht innerhalb dieser Dynamik ein Kommunikationsdreieck, da das Kind auch eine eigenständige Beziehung zum Pferd entwickeln kann. Diese Beziehung und Kommunikation zwischen Pferd und Kind muss Raum zum Wachsen bekommen, da es für die Verarbeitung von Traumatisierungen unter anderem Voraussetzung ist, dass genügend Bindungs- und Beziehungsangebote sowie eine angstfreie Zeit und positive Bewältigungsverfahren zur Verfügung stehen.

Auf der Basis des traumapädagogischen Verstehens können Heilpädagoginnen und Heilpädagogen Interventionen mit dem Pferd gestalten, die den Kindern dauerhaft helfen, neuronale Verbindungen aufzubauen und zu verändern, sodass sie angemessen mit herausfordernden Situationen umgehen lernen. Die Planung und Gestaltung dieser Interventionen ist daher nicht nur eng an den Auftrag und die Beschreibung der Entwicklungsziele gekoppelt, sondern muss auch explizit die innerpsychischen Prozesse der Kinder und Jugendlichen einbeziehen. Mithilfe von Grawe (2004) können wir lernen, wie sich neuronale Prozesse bei der Entwicklung von Motivation an innerpsychischen Grundbedürfnissen orientieren. Des Weiteren wollen wir uns in dieser Weiterbildung mit der Frage beschäftigen, mit welchen Interventionen das Beziehungsangebot zwischen Kind und Pferd aktiviert, gestärkt oder neu aufgebaut werden kann.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die vier innerpsychischen Grundbedürfnissen von Grawe (2004) bezüglich der Entwicklung von Motivation kennenlernen,
  • Ressourcen und Chancen in der Traumatherapie mit dem Pferd begründen,
  • Kompetenzerfahrung mit und auf dem Pferd erweitern,
  • Biographische Elemente mit dem betroffenen Menschen erarbeiten,
  • betroffene Menschen in der Durcharbeitung ihrer Traumaerfahrung begleiten.
Kurs-Nr.: 21 F III.b
Tiergestützte Therapie mit dem Medium Pferd und traumatisierten Kindern und Jugendlichen
Referentin:
Janine Lindemann
Termin:
Samstag, 10. Juli 2021, 10:00-18:00 Uhr
Sonntag, 11. Juli 2021, 09:00-16:00 Uhr
Umfang:
16 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
04. Juni 2021
Zielgruppe:
HeilpädagogInnen und andere pädagogische Fachkräfte
Teilnehmerzahl:
20
Verpflegung:
Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort:
Heilpädagogische Praxis und Beratungsstelle
In der Treet 3
54597 Hersdorf
Webseite
Kosten:
BHP Mitglieder 230,00 €
Nichtmitglieder 290,00 €