EU-Datenschutz-Grundverordnung

In heilpädagogischen Praxen werden eine Fülle von Daten elektronisch verarbeitet und gespeichert. Die Daten werden intern weitergegeben sowie auch an Personen außerhalb der Einrichtung übermittelt.

Es stellen sich grundsätzlich die Fragen: Welche Daten von Klientinnen und Klienten, Kooperationspartnerinnen und -partnern und Mitarbeitenden dürfen erhoben bzw. gesammelt oder elektronisch gespeichert werden? An wen dürfen Daten weitergegeben werden? Dürfen Personen fotografiert oder per Video aufgezeichnet werden? Wer muss einwilligen bei getrenntlebenden Eltern? Wer darf auf welche Daten zugreifen? Wie sind Daten vor unrechtmäßigem Zugriff oder Weitergabe zu schützen? Wann sind die Daten zu löschen? Brauchen auch Kleinpraxen unter 10 Mitarbeitenden eine Datenschutzbeauftragte / einen Datenschutzbeauftragten? Darüber hinaus fordern die durch die Infektionsschutzmaßnahmen wachsenden Möglichkeiten digitaler Gestaltung von Leistungen der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe zu datenschutzrechtlichen Antworten auf.

Diese und andere Fragen bedürfen der Klärung durch die Praxisinhaberin / den Praxisinhaber. Denn bei Verstößen können sich nicht nur Klientinnen bzw. Klienten und Mitarbeitende wehren und möglicherweise Geldentschädigung einklagen. Auch die Datenschutzaufsicht kann hohe Geldbußen verhängen. Das neue Datenschutzrecht in Form der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des BDSG-neu sind ohne Wenn und Aber umzusetzen. Aber wie?

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Bedeutung und Begriff des Datenschutzes erläutern,
  • die Rechte auf informationelle Selbstbestimmung, am eigenen Wort sowie am eigenen Bild beschreiben,
  • die EU-Datenschutz-Grundverordnung sowie das BDSG-neu in ihren Systematiken kennen,
  • gesetzliche Vorgaben der Zulässigkeit und Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung kennen,
  • Rechte der Betroffenen und Mitarbeitenden beschreiben,
  • die Verwendung von Fotos, Videos, Tonaufzeichnungen sowie sozialen Medien unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten diskutieren,
  • technische und organisatorische Maßnahmen entwickeln,
  • ein Kontrollsystem des Datenschutzes entwickeln,
  • Bußgelder und Sanktionen kennen,
  • Maßnahmen für die eigene Heilpädagogische Praxis entwickeln.

Sie erhalten ein Skript mit Mustern zur Schweigepflichtsentbindung und Freigabe verschiedener Medien.

Kurs-Nr.: 21 E 33
Datenschutz in Heilpädagogischen Praxen
Referent:
Prof. M. Karl-Heinz Lehmann
Termin:
Samstag, 02. Oktober 2021, 10:00-18:00 Uhr
Umfang:
8 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
27. August 2021
Zielgruppe:
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Teilnehmerzahl:
30
Verpflegung:
Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort:
Tagungshaus St. Clemens
Platz an der Basilika 3, 30169 Hannover
Webseite
Kosten:
BHP Mitglieder 180,00 €
Nichtmitglieder 230,00 €