In der heutigen Kinder- und Jugendhilfe besteht ein weitreichender fachlicher Konsens darüber, dass die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und ihrer Eltern als wesentlicher Standard sowie Erfolgsfaktor für die Wirksamkeit von Hilfemaßnahmen gilt. Die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen sind seit vielen Jahren eindeutig geklärt. Initiierung, Implementierung und Etablierung von Partizipation mag einfach klingen, birgt jedoch zahlreiche Herausforderungen in sich. Eine ebenso weitreichende wie auch konzeptionell und strukturell verankerte Partizipation bedarf vieler fachlicher Kompetenzen, die fundiert und reflektiert zusammenwirken und achtsam kleine und große Schritte gehen.

Wir vertreten den Standpunkt: Wenn Einrichtungen Kinder und Jugendliche, deren Eltern sowie die Mitarbeitenden bei der Wahrnehmung ihrer Interessen und Rechte aktiv unterstützen, birgt dies ein erhebliches Potenzial für die Jugendhilfe. Es besteht dennoch kein Anlass dazu, die Partizipation als Wundermittel zu romantisieren. Denn natürlich kann es gute Gründe geben, Mitbestimmungsmöglichkeiten zeitweise oder sogar dauerhaft einzuschränken. Gleichwohl stellt sie eines der bisher am wenigsten genutzten Ressourcen der Kinder- und Jugendhilfe dar, um die Stärken von Familien zu aktivieren und aufzubauen.

Die Weiterbildung ist in ihrem didaktischen und methodischen Aufbau partizipativ gestaltet; Beteiligungsmöglichkeiten werden aufgezeigt und die Frage nach Grenzen offen ermöglicht. Dabei ergänzen sich die Vermittlung theoretischer Kenntnisse mit einem klaren Praxisbezug in Form von Diskussionen, Kleingruppenarbeit und Best-Practice-Beispielen.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Die Idee der Partizipation für die Jugendhilfe in Intention, Zielen und Umsetzungsmöglichkeiten beschreiben,
  • Chancen und Grenzen der Partizipation diskutieren,
  • Partizipation und heilpädagogische Professionalität in Beziehung setzen,
  • Beispiele gelingender Partizipationskonzepte kennen,
  • Handlungsstrategien für Partizipationsprozesse entwickeln,
  • Ideen entwickeln, um Partizipation konzeptuell und praktisch zu verankern,
  • Beteiligungswege eröffnen, innerhalb derer Eltern als Ressource in einer Verantwortungsgemeinschaft für das Kind verstanden werden,
  • die eigene Haltung im Spannungsfeld „Partizipation und Verantwortung“ reflektieren.
Kurs-Nr.: 21 E 15
Partizipation in der Jugendhilfe: Pädagogische Haltung? Fachlicher Standard? Oder nur eine Modeerscheinung?
ReferentIn:
Silke Gaube | Rainer Siekmann
Termin:
Freitag, 16. April 2021, 15:30-19:00 Uhr
Samstag, 17. April 2021, 09:00-17:00 Uhr
Umfang:
12 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
12. März 2021
Zielgruppe:
HeilpädagogInnen und andere pädagogische Fachkräfte
Teilnehmerzahl:
20
Verpflegung:
Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort:
Hotel Franz
Steeler Straße 261, 45138 Essen
Webseite
Kosten:
BHP Mitglieder 255,00 €
Nichtmitglieder 305,00 €