Ein modernes berufliches Selbstverständnis von Heilpädagoginnen und Heilpädagogen umfasst die Begleitung und Gestaltung von Teilhabeprozessen mit Menschen in erschwerten Lebenslagen. Dieser Gedanke wird durch die Diskussionen vor und nach Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes sowie im Prozess der Erarbeitung von Verordnungen und Bedarfsermittlungsinstrumenten noch gestärkt. Volle wirksame und gleichberechtigte Teilhabe ist eine Forderung der UN-BRK und u. a. nach dem SGB IX sicher zu stellen.

Die Gestaltung, Ausführung und Sicherung der mit Teilhabe(chancen) zusammenhängenden Prozesse, die sowohl den Wünschen und Bedarfen der Menschen mit Behinderungen entspricht und die gesetzlichen Anforderungen in praktikabler Weise erfüllt, wird momentan von allen Akteuren thematisiert. Dabei hat die Bedarfsermittlung eine zentrale Bedeutung für gute Leistungen zur sozialen Teilhabe.

Durch die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) wird ein bio-psycho-soziales Verständnis von Behinderung hervorgehoben, d. h. als Ergebnis von Wechselwirkungen zwischen dem Gesundheitszustand, den Körperfunktionen und -strukturen der Person, ihrer Aktivitäten und Partizipation und ihrem individuellen Lebenshintergrund (Kontextfaktoren).

In der Arbeitsweise mit der ICF zur Abbildung von Lebenslagen sind Partizipation, Teilhabe und das Eingebundensein der Person zentrale Bezugspunkte. Zur Transparenz im interdisziplinären und multiprofessionellen Austausch dient die Sprache der ICF.

In diesen Entwicklungen liegen Risiken sowie Chancen und Möglichkeiten, die individuellen, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Verhältnisse, in denen sich heilpädagogisches Handeln bewegt, zu gestalten. Daher gilt es den Blick zu schärfen, um weiterhin als HeilpädagogInnen die aktuellen Anforderungen, Aufgaben und Herausforderungen verantwortbar und in Verantwortung sicher und gestärkt zu handhaben.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Philosophie und Grundbegriffe der ICF sowie das bio-psycho-soziale Gesundheitsmodell kennen,
  • Konzepte und den Aufbau der ICF praxisnah unter heilpädagogischen professionsethischen Aspekten beschreiben,
  • die ICF-Klassifikation in der Praxis anwenden und kritisch diskutieren.

Die Weiterbildung findet als Online-Angebot statt und setzt sich zusammen aus:

  • 60% Onlineseminar in 6 Modulen
  • 20% Inputs: Skripte, Videos, Podcasts
  • 20% Intervision

Prozentuale Verschiebungen sind möglich und abhängig von den Interessen der Gruppe.

Kurs-Nr.: 21 O 6
Verantwortung und Verantwortbarkeit in der Anwendung der ICF als systemische Perspektive auf Teilhabe – eine professionsethische Blickschärfung
Referentin:
Claudia Gander
Termine:
Montag, 22. März 2021, 18:00-20:00 Uhr
Mittwoch, 07. April 2021, 18:00-20:00 Uhr
Donnerstag, 29. April 2021, 18:00-20:00 Uhr
Donnerstag, 20. Mai 2021, 18:00-20:00 Uhr
Donnerstag, 10. Juni 2021, 18:00-20:00 Uhr
Montag, 28. Juni 2021, 18:00-20:00 Uhr
Umfang:
20 Einheiten
Anmeldung bitte bis:
05. März 2021
Zielgruppe:
HeilpädagogInnen und andere pädagogische Fachkräfte
Teilnehmerzahl:
20
Kosten:
BHP Mitglieder 155,00 €
Nichtmitglieder 195,00 €