Bewegung ist die Basis für die Entwicklung und Ausbildung zahlreicher Fähigkeiten und Fertigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen menschlichen Daseins. Bewegungsförderung wirkt aus diesem Grunde nicht nur auf die motorischen Fähigkeiten, sondern beeinflusst auch die soziale, emotionale, sprachlich-kommunikative, kognitive sowie wahrnehmungsbezogene Entwicklung.

Die Überlegungen aus der Psychomotorik können sehr gut für das heilpädagogische Arbeiten genutzt werden und das Methodenspektrum erweitern. Dabei ist ein psychomotorischer Ansatz nicht auf Menschen eines bestimmten Lebensalters ausgerichtet oder bedarf prinzipiell bestimmter Fähigkeiten.  Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sind hier gefordert, Professionalität und Kreativität miteinander zu verbinden. Die Reflexion der eigenen Rolle und ein professioneller Umgang mit Inhalten und Methoden sind Bestandteil aller Module.

Modul 1: Grundlagen – Einführung in das Thema

Der Begriff Psychomotorik wird in seinen Ursprüngen und im Hinblick auf verschiedene Theoriebrillen sowie beispielhaft anhand verschiedener Konzepte betrachtet. Die Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, verschiedenem Material und Gruppenprozessen wird veranschaulicht. Zudem werden erste Überlegungen eines Beitrags von Psychomotorik als eine Methode zur Teilhabeförderung beleuchtet. Die Teilnehmenden gehen in eine Themensammlung, um so für die weiteren Module gemeinsame Schwerpunkte für die reflektierte Praxis psychomotorischen Arbeitens in der Heilpädagogik zu setzen (z. B. Wahrnehmung, Selbstkonzept, Entspannung, Materialauswahl).

Modul 2: Diagnostische Perspektiven

Die motorische Entwicklung wird in ihrer Bedeutung für die Gesamtentwicklung betrachtet und basierend darauf konkrete Verfahren „psychomotorischer Diagnostik“ im Überblick vorgestellt. Ein Verfahren wird erprobt und reflektiert. Diagnostische Befunde müssen gelesen werden können, um daraus sinnvolle Förderstrategien abzuleiten. Eine förderdiagnostische Perspektive, d.h. die Einheit von Diagnostik und Förderung, ist hier von hoher Bedeutung.

Modul 3 und 4: Praxis und noch mehr Praxis

Bewegung, Spiel und Freude stellen Grundelemente psychomotorischer Praxis in der Heilpädagogik dar. Variations- und Differenzierungsmöglichkeiten verschiedener Settings (Einzel, Gruppe, Raumgestaltung, Materialadaptionen, Inhalte, Themen, verschiedene Förderschwerpunkte bzw. Lebensalter) werden überlegt, erprobt und reflektiert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Reflexion von Rolle und Haltung als Heilpädagogin bzw. Heilpädagoge in psychomotorischen Prozessen.

Modul 5: Konzeptionelle Überlegungen

Die Verbindungen und Differenzen zwischen Heilpädagogik und Psychomotorik werden betrachtet, um das eigene professionelle Profil zu überlegen, zu erweitern und / oder zu vertiefen. Die Teilnehmenden gestalten eine Heilpädagogische Förderung mit psychomotorischen Inhalten und gehen hierbei auf folgende Aspekte ein:

  • Gestaltung einer Heilpädagogischen Förderung mit psychomotorischen Inhalten
  • Theoretische Bezüge
  • Verbindungen und Differenzen zwischen Heilpädagogik und Psychomotorik
  • Integration in das eigene professionelle Profil
  • Erste Ideen zur Erstellung eines eigenen Handlungskonzeptes

Modul 6: Evaluationsmodul

Im Evaluationsmodul werden die Erkenntnisse der Weiterbildung zusammengefasst und reflektiert. Hierzu reichen Sie vier Wochen vorher eine schriftliche Ausarbeitung ein (6–10 Seiten). Diese kann entweder eine kriterienspezifische Falldokumentation oder die Entwicklung einer eigenen klientelspezifischen Handlungskonzeption auf psychomotorischer Basis umfassen. Wichtig ist bei beiden Varianten eine theoriegeleitete Reflexion hinsichtlich einer Verbindung zwischen Heilpädagogik und Psychomotorik.

Die schriftliche Ausarbeitung präsentieren Sie vor der Gruppe (ca. 30 Min.); die Ausarbeitung und der erkennbare Prozess werden gemeinsam reflektiert.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Verschiedene Konzepte von Psychomotorik kennenlernen und beschreiben,
  • die Bedeutung einzelner Entwicklungsbereiche (u. a. Motorik) für die Gesamtentwicklung darstellen,
  • verschiedene Methoden und spezifische Verfahren kennen, die für eine psychomotorische Diagnostik relevant sind,
  • aus den diagnostischen Befunden Handlungsstrategien für Förderprozessesse ableiten,
  • Möglichkeiten, Chancen und Grenzen verschiedener Praxis-Settings analysieren,
  • Material und Raum auf die individuellen Bedürfnisse von Menschen adaptieren,
  • Psychomotorik als Methode der Teilhabeförderung diskutieren,
  • Psychomotorik und Heilpädagogik in Förderprozessen (lebensalterunabhängig) verbinden,
  • Rolle und Haltung als Heilpädagogin bzw. Heilpädagoge für eine psychomotorische Praxis reflektieren.
Kurs-Nr.: 17 W 3
Kurs-Titel: Psychomotorik in der Heilpädagogik
Referentin: Prof. Dr. Christina Reichenbach
Termin:
Modul 1: Freitag, 05. Mai 2017, 15:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 06. Mai 2017, 09:30 – 17:30 Uhr
Modul 2: Freitag, 07. Juli 2017, 15:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 08. Juli 2017, 09:30 – 17:30 Uhr
Modul 3: Freitag, 01. September 2017, 15:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 02. September 2017, 09:30 – 17:30 Uhr
Modul 4: Freitag, 20. Oktober 2017, 15:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 21. Oktober 2017, 09:30 – 17:30 Uhr
Modul 5: Freitag, 12. Januar 2018, 15:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 13. Januar 2018, 09:30 – 17:30 Uhr
Modul 6: Freitag, 09. März 2018, 15:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 10. März 2018, 09:30 – 17:30 Uhr
Umfang: 72 Einheiten
Anmeldung bitte bis: 10. März 2017
Zielgruppe: Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Teilnehmerzahl: 20
Unterkunft: ist nicht in den Kosten enthalten
Verpflegung: Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort: Erfurt (a)
EAH Credits: 3,5
Kosten:
Mitglieder je Modul 190,00 € (Einmalzahlung: 1.125,00 €)
Nichtmitglieder je Modul 240,00 € (Einmalzahlung: 1.425,00 €)