Ein Modul der Weiterbildungsreihe Heilpädagogische Diagnostik.

Heilpädagogik versteht sich als Beziehungsdisziplin – sie ist professionell gestaltete Beziehungsarbeit und begegnet darin, Kindern mit vielfältigen belastenden Beziehungserfahrungen hilfreiche Unterstützungsmaßnahmen anzubieten. Die Bindungsforschung, die sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Art individueller Verinnerlichung unterschiedlicher Bindungserfahrungen und ihren Auswirkungen auf die Organisation der kindlichen Gefühle befasst hat, rückt damit als theoretisches Konzept in den Blick. Mit ihrem aktivierten Bindungsbedürfnis richten sich die Kinder in den heilpädagogischen Arbeitsfeldern an die Heilpädagogin / den Heilpädagogen in der Hoffnung, es möge sich für sie die Erfahrung der Sicherheit eröffnen. Bindung und Beziehungsgestaltung sind in der heilpädagogischen Arbeit Schutz- und Risikofaktor zugleich.

Als professionell Tätige müssen wir erkennen, wie stark belastet ein Kind ist, das beispielsweise in einer Angstsituation oder nach einer Verletzung nicht weint, nicht um Hilfe ruft, nicht protestiert und wir müssen aktiv auf diese Kinder mit unserem individuellen Beziehungsangebot und einem umfassenden Hilfeplan zugehen. Wir müssen uns elterlichen Belastungen zuwenden, um Gefährdungen der Eltern-Kind-Beziehungen zu erkennen und um präventiv zu unterstützen.

Die heilpädagogische, bindungsorientierte Diagnostik entfaltet die Möglichkeit, die Bindungsrepräsentation des Kindes zu entschlüsseln und das heilpädagogische Handeln fokussiert auf Bindung, Exploration und Trennung auszurichten. Sie greift dabei auf standardisierte Testverfahren (GEV-B), auf Fragebögen (z. B. EBI, CBCL, VBV), auf die Beachtung und Beobachtung des Kindes in seinem Beziehungs- und Spielgeschehen sowie auf die eigene emotionale Resonanz als Heilpädagogin / als Heilpädagoge zurück.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Durch die Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der Bindungstheorie generieren Sie diagnostische Hinweise und entwickeln daraus gezielte bindungsorientierte Interventionen in Ihrer heilpädagogischen Arbeit.
  • Durch die beziehungsorientierte Fokussierung von Spiel- und Interaktionssequenzen und durch die Auswertung diagnostischer Verfahren identifizieren Sie Risikofaktoren und präverbale Beziehungsdimensionen, die als generalisierte Erlebens- und Verhaltensmuster im Sinne einer aktiviert wirkenden Biografie die kindliche Entwicklung tönen.
  • Durch die Erprobung schützender (Insel-)Erfahrungen reflektieren Sie Ihre eigenen Handlungsoptionen und werden sich der Bedeutung des Schutzfaktor ‚Heilpädagogische Beziehungsgestaltung‘ für Kinder bewusst.

 

Kurs-Nr.: 18 W 2.17
Bindungsentwicklung, Bindungstheorie und Bindungsstörung – Bindungsorientierte, heilpädagogische Diagnostik

Referent: Stephanie Jofer-Ernstberger
Termin: Freitag, 12. Oktober 2018, 15:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 13. Oktober 2018, 09:00 –17:00 Uhr
Umfang: 12 Einheiten
Anmeldung bitte bis: 07. September 2018
Zielgruppe: Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Teilnehmerzahl: 20
Unterkunft: ist nicht in den Kosten enthalten
Verpflegung: Mittagessen und Getränke sind in den Kosten enthalten
Veranstaltungsort: Markt Indersdorf
Kosten:
BHP Mitglieder 180,00 € | bis 01.07.2018: 170,00 €
Nichtmitglieder 225,00 € | bis 01.07.2018: 215,00 €

Sie haben bereits das Basismodul besucht?